Performativer Science-Fiction Kurs + Arztserien

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David Tennant and Matt Smith in Doctor Who by Lisby (flickr)

Hatte leider nicht viel Zeit zum Bloggen, obwohl sich diverse Themen angeboten hätten, aber das sogenannte RealLife™ verlangt momentan viel Aufmerksamkeit. In der Kategorie Nichtalltag gibt es nur wenige Einträge, zwei davon wollte ich aber mal kurz teilen.

Nachts im Museum

Nachts im Museum III: Zukunft - war doch das gestern. Ein Science Fiction-Salon (c) puppentheater magdeburg…heißt eine Gruppe von Veranstaltung im Puppentheater / der villa p., die mit Puppen eher wenig zu tun haben. Zumindest gilt das für die Inszenierung mit dem Titel „Zukunft – ein Science-Fiction-Salon„. Der Kollege Kiefer hatte mich drauf aufmerksam gemacht und da ich, wie der Zufall so will, in diesem Semester eine Neuauflage meines Science-Fiction-Seminars gemacht habe, schien ein Besuch quasi unvermeidbar. 😀

Ohne zuviel vorweg zu nehmen (ich glaube, man hat am meisten Spaß, wenn man sich überraschen lässt) ist der Abend irgendwo in einer Pyramide aus Multimediavortrag, Trailershow, Salat und interaktivem Theater zu verorten. Die Prämisse ist ein kritischer Blick auf Science-Fiction-Filme auf der Suche nach der Utopie, also dem positiven Zukunftsentwurf. Während des Programms kommt die anhand der Beispiele naheliegende These auf, dass Science-Fiction eher dazu neigt, Dystopien und Katastrophen zu zeigen. Oder wie Susan Sontag gesagt haben soll:

„Science fiction films are not about science. They are about disaster, which is one of the oldest subjects of art.“Susan Sontag

Der Gedanke drängt sich in der Tat auf, das ist mir schon bei meinen Recherchen für das Seminar aufgefallen. Wenn man sich für zwei Stunden darauf einlässt, entsteht dabei (womöglich) ein ganz neuer Blick auf SF. Unterhaltsam ist der auch noch, die drei DarstellerInnen bemühen sich um eine sehr intime (und liebevoll improvisierte oder improvisiert-wirkendende) Ebene mit dem überschaubaren Publikum (vielleicht etwas mehr als ein Dutzend). Es hilft (imho), wenn man viele SF-Filme kennt, dann wird der Abend auch von einer gewissen Freude des Wiedererkennens getragen. Aber ansonsten kann man sich auch Inspiration für den nächsten Filmabend holen. Auch wenn viele SF-Filme von einer gewissen Katastrophenstimmung (und nicht zuletzt einem gewissen Wissenschaftspessimismus) getragen werden, fand ich es schade, dass Filme mit eher positiven Zukunftsentwürfen wie E.T. oder Per Anhalter durch die Galaxis nicht so wirklich auftauchten, gerade weil die scheinbar in der Unterzahl sind. Aber so hat man wenigstens etwas zum Sinnieren für zu Hause.

Wenn der Terminplan stimmt gibt es im Mai noch mehrere Veranstaltungen, die nicht ausverkauft sind. Ich kann einen Besuch nur wärmstens empfehlen!

Bigger on the inside…

David Tennant and Matt Smith in Doctor Who by Lisby (flickr) Nichts läuft im Fernsehen so erfolgreich wie Arztserien. Die Serie, die ich aber gerade aufarbeite hat zwar einen Doktor, ist aber die älteste und am längsten laufende Science-Fiction-Serie (wait for it…) der Welt! Whovians wissen schon Bescheid, es geht um Doctor Who. Die handelt von einem außerirdischen Wesen in menschlicher Gestalt, der sich „the doctor“ nennt und der Rasse der Timelords angehört. Er streift mit seinem treuen Raumschiff, der Tardis, durch das Universum, kann durch Raum und Zeit reisen und hat meist eine weibliche Begleiterin dabei. Begleiterin und Aussehen des Doktors haben seit 1965 oft gewechselt, denn der Doktor stirbt nicht, er regeneriert. Nach einer Pause in den 1990ern läuft die Serie seit 2005 wieder regelmäßig in der BBC und nachdem ich die erste Staffel im Fernsehen gesehen habe (lief kurz auf Pro Sieben), hatte ich mir vorgenommen mal einzusteigen. Derzeit bin ich mitten in Staffel 3 und das war gar nicht so leicht, dazu in einem Amazon Instant Video-Rant später mal mehr.

DOCTOR WHO: THE WHISPERING GALLERY B by Ben Templesmith (flickr)Die Folgen sind zum Teil abgeschlossene Folgen, Doppelfolgen und häufig gibt es Geheimnisse, die eine komplette Staffel über immer wieder auftauchen. Die Dramaturgie macht Lust auf mehr. Manchmal sind es klassische Monster-der-Woche-Geschichten, viele Folgen sind aber sehr pfiffig geschrieben und umkreisen ein Geheimnis in bester Krimimanier. Meist erfährt man wenig über den Doktor selbst, das ist quasi das Gesetz der Serie. Für einen ersten Eindruck packe ich mal zwei Clips rein, ich bin einigermaßen fasziniert und würde zumindest Science-Fiction Fans dringend empfehlen sich eine Folge anzugucken, eventuell eine der faszinierenden Weihnachtsfolgen, die man auch auf diversen Streamingdiensten (Watchever, Maxdome etc.) gucken kann. Die Originalsprache ist natürlich zu bevorzugen, die britischen Akzente machen mir zumindest sehr viel mehr Spaß als die Synchro.