Konnte ich Ihr Problem lösen?

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Lovefilm App am Smart TV

Das ist eine kleine Aufregekolumne mit dem Schwerpunkt Filme und Serien legal online streamen. Alle Ansichten sind rein subjektiv und keine der genannten Firmen zahlt mir was dafür. Ganz im Gegenteil…

Seit einigen Wochen geht Amazon auf Kuschelkurs mit seinen Kunden, weil der DVD-Leih-und-Film-Streamdienst „Lovefilm“ umgebaut wurde. Ich bekam ’nette‘ Mails, die mich informierten, dass der Dienst (wieder mal) eng an Amazon gebunden wird und das Streaming fortan „Amazon Prime Instant Video“ heißen soll, während der Leihdienst nicht umbenannt aber trotzdem assimiliert werden soll. (Ich glaube ja, man bereitet vor, das Ding abzuschießen, was ich angesichts meiner folgenden Erlebnisse nicht gut finden kann).
Wie auch immer, Instant Video soll, wie bislang Lovefilm auch, zum festen Preis, der fortan auch Teil von Amazon Prime Mitgliedschaften ist, Filme und Serien auf beliebige Endgeräte wie Tablets, Smart TVs und Computer ermöglichen. Die Apps dazu sind im Grunde unverändert, klebt nur ein anderer Name dran (oder wie z.B. auf dem Samsung TV, noch nicht mal das…). Allerdings begannen damit scheinbar technische Probleme, denn auf dem TV-Gerät ließ sich kaum noch eine Sendung streamen, meist bricht das Gerät mit dem Hinweis ab, man solle es doch später nochmal versuchen. Im schlimmsten Fall stürzt der ganze Fernseher ab und startet neu. Tolle Wurst!

Auf dem befreundeten iPad tut die App unterdessen zwar auch nicht immer Ihren Dienst, verhält sich aber weit weniger störrisch. Nachdem mich das Problem mehr als eine Woche davon abhält mich in Doctor Who reinzufuchsen, schreibe ich also dem technischen Support bei Amazon eine fröhliche Fehlerbeschreibung, in der ich beispielhaft Sendungen nenne, die bei mir partout nicht streamen wollen. Die schnelle Antwort des Kundendienstes lautet:

[..]ich kann Ihnen bestätigen, dass diese Titel „Die Frau in schwarz“ und „Doctor Who“ keine Lizens für den Smart Tv haben. Somit ist es nicht möglich, diesen dort zu stremmen.[..]Kundendienst-Mail

(Über die Rechtschreibung sehen wir mal großzügig hinweg)

Mir scheint diese Antwort unrichtig, denn in einigen Fällen hatte das Streaming ja funktioniert. Außerdem finde ich es frech, wenn derlei technische Beschränkungen nirgends dokumentiert sind, immerhin schränkt das ja die Möglichkeiten den Dienst zu nutzen deutlich ein.

Ich teile also meine Irritation mit und formuliere mein Unverständnis über diese Erklärung. Eine Antwort erhalte ich von einem anderen Mitarbeiter, er entschuldigt sich für die scheinbar unkorrekte Auskunft und verweist mich auf Netzwerkprobleme, die entweder auf meiner oder auf Seiten von Amazon entstehen können. Das löst mein Problem aber auch nicht und bis heute schlägt das Abspielen von Sendungen auf dem Fernseher in schöner Regelmäßigkeit fehl. Klar, dass man das nicht mehr Lovefilm nennen will, zu lieben gibt’s da nicht viel. Selbst das Ausleihen von Disks per Post scheint mir umständlicher, weil man auf der neuen Amazon-Website die Wunschliste nicht so leicht finden kann. Im Ganzen ein Dienst, wie ich ihn vor zehn Jahren nicht gut gefunden hätte. Aber dabei bleibt’s nicht.

Amazon scheint seine „Fuck-Up-the-Internet“-Kampagne fortgesetzt zu haben, denn nachdem sie vor einigen Wochen den Online-Comics-Spezialisten Comixology aufgekauft haben, war der nächste logische Schritt, den Dienst dahingehend zu beschneiden, dass man nunmehr Apple und Google nicht länger Geld dafür bezahlen will, um deren mobile Bezahlsysteme zu nutzen. Während auf Android damit nun nur noch über den Comixology-Account bezahlt werden kann, entfällt auf Apple-Geräten die Option Comics aus der App heraus zu kaufen komplett, weil Apple in seiner Weisheit andere Bezahloptionen als das eigene In-App-Purchase schlicht untersagt. Klingt dusselig, ist aber so. Und wenn zwei Multis gnatzen leidet der Kunde, denn damit verkommt Comixology auf iGeräten zur Leseapp. Das wäre vielleicht auch ok, gleichzeitig teilt Amazon den Shop aber in eine amerikanische und eine europäische Website (mit scheinbar unterschiedlichen Angeboten), beide lassen aber einiges an Nutzerfreundlichkeit (wie z.B. einen deutschen Shop, wie man es von Amazon.de kennt) vermissen. Und auch damit könnte man eventuell leben, wenn nach all dem die Preise gleich geblieben wären. Aber auch das ist leider nicht der Fall, während Einzelhefte weiterhin 1,79 € zu kosten scheinen, hat man z.B. auf Sammelbände der Serie „Chew“ bis zu 5 Euro aufgeschlagen. Der siebte Sammelband „Bad Apples“ kostet so 11,99 €, auf der amerikanischen Seite kostet’s 12,99 $ (ca. 9,40 €). Die kosten damit nicht nur wesentlich mehr als die gleichen Sammelbände als Kindle E-Buch (6,77€) sondern auch mehr als das Paperback (10,06 € – bei Amazon, natürlich), also DAS PHYSISCHE BUCH! Sorry, aber das ist einfach dämlich und kann weder im Sinne der Kunden, noch der Autoren sein. Ich habe meine geplanten Käufe erst mal eingefroren und werden sehen, ob Comixology das wieder hinkriegt. Ansonsten war’s das wohl mit Comics kaufen online, das geht dann nur noch über das Humble Bundle. g