Schall und Rauch und Titanen

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Eruption of Eyjafjallajökull Volcano, Iceland
Image by NASA Goddard Photo and Video via Flickr

Man sollte meinen, dass die Welt durchaus schon krisengeschüttelt genug ist: Krieg in Afghanistan, in den USA bricht der Sozialismus aus, die Finanz- und Wirtschaftskrise (nach zwei Jahren immer noch keiner Schuld), DSDS, Justin Bieber, ich könnte mühelos weitermachen.
Aber offenbar reicht das nicht, denn seit einigen Tagen beherrscht nur ein Thema die Nachrichten: Der Ascheregen aus dem isländischen Vulkan Eyjafjallajökull, welcher erfolgreich den Flugverkehr über Europa lahmlegte und damit auch alle anderen Verkehrswege in Mitleidenschaft zog. Während die meisten Betroffenen wohl zunächst wütend, dann resignierend die Einschränkung zur Kenntnis nehmen, bin ich als Verschonter einigermaßen überrascht, dass offenbar erstmals in der Geschichte ein Vulkanausbruch mit Ascheausstoß derlei Folgeschäden verursacht. Das zeigt eindrucksvoll, wie unvorbereitet wir doch offenbar auf die doch eher gängigen Naturschauspiele dieser Welt sind. Und wie viel Demut uns im Umgang mit den Wundern der modernen Personenbeförderung fehlt. Willkommen im 21. Jahrhundert!

Perseus by Benvenuto Cellini, Loggia dei Lanzi...
Image via Wikipedia

Einem Spektakel ganz anderer Art durften @danvers und ich am Freitag im Kino beiwohnen. Wir konsumierten den Film „Kampf der Titanen“, ein Special-Effects-3D-Popcorn-Machwerk, das, im Gegensatz zur Regierungskoalition, vollkommen hielt, was es versprach. Zunächst mal muß ich aber feststellen, dass der Titel im Grunde eine Mogelpackung ist, tatsächlich gibt es im Film selber keine direkte Auseinandersetzung zwischen Titanen (zumindest nicht nach meinem Verständnis) sondern nur zwischen Titanen und Menschen, wobei des einen Überreste durchaus als Waffe gegen einen anderen zur Anwendung kommen. Der Film ist ein Remake (Original 1981) basierend auf den allseits bekannten Geschichten der griechischen Mythologie: Held Perseus (auch Name einer Bekleidungskette in GTA IV, gespielt von Sam Worthington) ist ein unehelicher Sohn des Qui-Gon Zeus und wächst bei menschlichen Eltern auf, die aber von Lord Voldemort versenkt werden. Er landet in Argos, was Pech ist, denn die Götter planen den Kraken (oder die Krake, da ist der Film unentschlossen) auf die Stadt loszulassen, wenn die Menschen nicht wieder beten und die Königstochter Andromeda opfern (wie der Stern von Galaktika aus ‚Hallo Spencer‘). Das geht natürlich nicht, und weil die ja auch so nett is läßt sich Halbgott Perseus überreden die Hexenzyklopen von Eastwick aufzusuchen, die ihm verraten sollen, wie man Kraken tötet. Nach beschwerrlicher Reise und tollem 3D Kampf gegen Riesenskorpione (die aber später als Reittiere dienen) erfährt er dann: Einfach Medusa in der Unterwelt die Rübe abhauen und dem Kraken zeigen, der versteinert vor Schreck, fähtich. Also wandert der Held weiter und trotzdem ihm alle Versagensängste einreden wollen (bis auf Io, die ihn zur Motivation auch mal ranläßt) wird natürlich am Ende alles gut und der Held könnte die Prinzessin haben, wenn er nicht hoffnungslos schwul wäre, wie die meisten Griechen zu der Zeit.

Mein zweiter Film in 3D und langsam werden die technischen Grenzen und Probleme der Technik offenbar (Tiefenschärfe, schnelle Bewegungen, zu kleine Objekte ). Und obgleich der Film wohl nicht die 11,50 € Wert war, die er gekostet hat (Notiz an mich, Kinobesuche am Freitagabend belasten das Budget nachhaltig) so war er durchaus passend um dabei ein Tüte Popcorn zu vernichten und hinterher nicht weiter drüber nachdenken zu müssen. Muss auch mal sein dürfen. Als Ausgleich kann der unterforderte Filmconnaisseur ja dann eine Angelopoulos -Retrospektive nachschieben. Is auch griechisch. 🙂

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