Aufbauende Musik – Eine Liste

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Music Note Bokeh by all that improbable blue

Music Note Bokeh by all that improbable blueJepp, lange nichts mehr über Musik gebloggt. Das können wir ändern: Ich habe eben eine neue Wiedergabeliste mit dem schönen Titel „building-up“. Die Idee dabei ist, Lieder aus meiner Datenbank zu fischen, die sich von einer minimalistischen-leisen-zurückhaltenden Stimmung in eine breite-multiinstrumentelle-wildeverzweigte Klangfläche hineinsteigern. Dabei nimmt sie den Hörer (meiner Meinung nach) im besten Fall emotional auf eine – möglicherweise kurze – Reise mit. Auf Genres, Stile, Länge oder Qualität wird dabei keine Rücksicht genommen. Es muß noch nicht mal Musik sein. Bislang sind da 14 Stücke drin, die ich gerne auflisten und kurz kommentieren würde. Vielleicht entdeckt der ein oder andere ja ein Kleinod. *g*

UPDATE 23.07.13. Links erneuert wo nötig, + Beitragsbild

1. The Blower’s Daughter (von Damien Rice)

Toller Herzschmerz-Song, der mir im Film „Closer“ (zu Deutsch: Hautnah) erstmals aufgefallen ist. Von einem minimalistischen Thema, fast versteckter Gitarre und einer passiven Stimme hin zu subtilen Streichern, einer kontrastierenden Frauenstimme (in der Studioversion). Auch inhaltlich: Während der Protagonist zunächst -nur- seine Augen nicht von ihr lassen kann („I can’t take my eyes off of you“), ist er am Schluß vollständig in ihrem Bann gefangen („I can’t take my mind off of you“). Die letzte Zeile bringt allerdings die Wendung („‚Til I find somebody new“).

2. Heart And Soul (von Gary Go)

Eine dieser Überraschungssongs von einem Album, dass man eigentlich nur aus Neugier gekauft hat. (Oder nicht gekauft hat. *g*) Für mich ein Mutmach-Lied, dass auch unabhängig von seinem Text, der sich wie ein Mantra über die tongebende Melodie legt, super eignet um schlechte Stimmung zu beseitigen. Toller Muntermacher, wenn ich fröhlich Samstags früh um 4.00 zur Arbeit trotte. 🙂

3. Mixtape (von Jamie Cullum)

Ich liebe Klavier. Schon allein deswegen ein Favourite. Tolles Tempo zum Wachwerden, kleine Soloeinlagen bauen die Stimmung zum orchestralen Finale auf. Beste Textstelle: „You’re the only angel in headphones“. Hat ein bißchen was von Elton John, finde ich. Den Schluß kann man toll mitsingen (wenn keiner in der Nähe ist, der einen verklagen kann).

4. Central Services / The Office (von Michael Kamen)

Ja, der Klang von Schreibmaschinen… War im Trailer von WALL-E und ich habe ewig danach gesucht, weil es dann im Film und im Soundtrack nicht auftauchte. Kann auch nicht, ist ja schon auf einem anderen Soundtrack! Nämlich dem von „Brazil“ aus 1985, Regisseur ist niemand geringerer als Terry Gilliam. Den Film muss ich noch sehen. Die Musik fetzt schon mal. (Warum sagt man das eigentlich nicht mehr?)

5. The Planet Krypton (von John Williams)

Uih, jetzt kommen viele Soundtracks. Dieser Track stammt aus ‚Superman‘ von 1976 und besonders mag ich die ersten 90 Sekunden. Williams pirscht sich mit wenigen Instrumenten von hinten an, steigert sich ins ganze Orchester hinein und haut zu. Dann fährt alles wieder zurück, während wir im Film die spannenden Ereignisse auf Kal-Els Heimatplaneten verfolgen. Zum Schluß wird’s dann wieder etwas aufgeregter, aber der erste Teil ist das Beste.

6. Run Forrest Run (von Alan Silvestri)

Eine der tollsten Szenen im Film „Forrest Gump„, nicht nur musikalisch. Die Musik kommt hier verhalten daher und steigert sich relativ fix zu einem Punkt, wo einen die Bläser vom Platz fegen. Da krieg‘ ich fast immer Gänsehaut. Kann man nicht beschreiben, muss man hören.

7. Goodbye Lenin (von Yann Tiersen)

Yann Tiersen ist der Meister im musikalischen Minimalismus, hier ein perfektes Beispiel aus „Goodbye, Lenin“. Er beginnt nur mit dem Klavier hinzu kommen Streicher. Die Spannungskurve der Szene, als Alex‘ Mutter erstmals ihr Zimmer verläßt, auf die Straße geht (in einer Welt, die sie noch immer für die DDR hält) und dort der fliegenden Statue von Lenin begegnet ist hier perfekt eingefangen. Die Musik nimmt einen vollkommen in Beschlag und läßt erst 30 Sekunden vor Schluß wieder locker. Und Luftholen. Auch toll und in der Liste: Mother’s Journey (was man nur am Klavier erreichen kann).

8. Ich bin ein Wochenendseminar (von Rainald Grebe)

Unauffällig vom Klavier begleitet handelt es sich weniger um Musik als um untermalte Poesie. Die besten Stücke von Rainald Grebe sind die, wo er ganz unscheinbar ein Thema zusammenhanglos beginnt und dann peu á peu mit immer absurderen Assoziationen um sich wirft, ohne das es wirklich sinnfrei wird. Man kann ihm folgen, wenn man will. Er nimmt den Zuschauer ungefragt mit („Wir geben unserem Atem einen neuen Namen…“), wirbelt durch die Gegend („..wir atmen einen Lutz“) und läßt ihn nach drei Minuten irgendwo sitzen. Und man wundert sich nur, wie man da hin gekommen ist. Anderes Beispiel: Dr. Fuchs vom letzten Album, ein Streifzug durch die bunte Werbewelt. Kann ich immer wieder hören. („Würden sie ihr Kind in Dornkaart baden?“)

9. Everloving (von Moby)

Wieder zurück zur Musik, Moby kennt man vielleicht eher aus der Technoecke (war mal in im letzten Jahrtausend), aber dieser Song vom 98’er Erfolgsalbum „Play“ kommt zunächst nur mit einer Gitarre daher. Später gesellen sich eine Beat und diverse Klangfarben hinzu und der Song, der Moby-typisch intrumental ist, nimmt erst richtig Form an.

10. On a Day Like Today (von Keane)

Ein perfektes Beispiel für Einfachheit sowohl was den Text betrifft als auch die Melodie. Es beginnt lediglich mit Beat, Gesang und ein wenig Synthies. Über die 5:27 wächst es sich aber in ein musikalisches Mantra mit diversen Klanglinien aus, über allem steht die Stimme von Tom Chaplin.

11. Exogenesis: Symphony, Part 3 (Redemption) (von Muse)

Zunächst unverfängliches Piano (tolle Melodie), wird dann aber zur Rock Symphonie. Vom aktuellen Album „The Resistance“ mein absoluter Lieblingssong.

12. Still (von Ben Folds)

Längster Titel in der Liste! Ein Song über Veränderung, der von einer eher versönlichen Stimmung in nahezu aggressive Tendenzen verfällt. War glaube ich im Soundtrack von „Ab durch die Hecke“. Und wieder ein Klavier. 😉 „Even the things that seems still, are still changing.“ Konnte ich nicht in der vollständigen Version auf YouTube finden, hier isses komplett (LastFm).

Wahrscheinlich gibt’s noch Hunderte mehr, aber mit dieser knappen Stunde Musik sei die Klasse entlassen. Was würdet ihr zu dieser Playlist hinzufügen? Kommentare erwünscht!

Foto: „Music Note Bokeh“ by Daniel Paxton (cc-by-nc-sa)

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