Game Cultures 2009 – Es lief einfach bombig…

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…und das soll mal keine Anspielung auf die Killerspieldebatte sein, denn die war ja eigentlich gar nicht primär der Inhalt der Tagung. Allerdings holte uns auch dieses Thema ein, denn schon die ersten Presseanfragen am Mittwoch zeigten, dass in den Köpfen der Reporter wohl derzeit kein anderer Zugang zum Thema Computerspiele denkbar war. Aber dazu später.

Zunächst mal war die Vorbereitung der Tagung durchaus anstrengend, da werden sicher alle Beteiligten meiner Meinung sein. Die Website wollte in den Wochen und Tagen zuvor mit allerlei Informationen bestückt werden, was wegen technischer Probleme nicht immer ganz einfach war. Man muss dem URZ dankbar sein, dass man dort immer relativ schnell auf Probleme reagiert hat. Für mich spannend war ebenfalls die Idee des Livestreams, auch wenn der in weiten Teilen technisch nicht in unserer Hand lag. Anfang der Woche lösten die Vorbereitungen für das Tagungsbüro dann entgültig die Arbeiten im Web ab. VPN Accounts besorgen und ordnen, Listen wälzen, wer kommt, wer spricht, haben wir genug Mappen für alle.

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Image by yodahome via Flickr

Waren wir für die Arbeit an Website und Tagungsmaterial noch drei motivierte Studenten, vergrößerte sich das Team im Büro dann auf fünf und wie sich bald herausstellen sollte, war die Zusammenarbeit, trotz eher kurzer Einspielzeit, gleichermaßen großartig. An dieser Stelle noch mal ein Dank an alle Mitstreiter.

Schon während des informellen Treffens am Mittwochabend vor der eigentlichen Konferenz, bestätigte sich mein Gefühl, dass das eine ganz spannende Veranstaltung werden würde. Und eine teuere, denn das Essen im französischen Spezialitätenrestaurant war zwar durchaus mein Geschmack (den offenbar die Kollegen nicht alle teilten), die Preise waren aber eben auch auf vergleichbar hohem Niveau. Schon am Abend hatten wir Material, Technik, Kabel und dergleichen ins Gebäude 5 verbracht, wo die Konferenz stattfinden sollte. Am Donnerstag morgen, nachdem wir den Campus mit Dutzenden Hinweisschildern übersäht hatten, brach dann erstmal ein mittleres Chaos aus, als nicht nur die ersten Teilnehmer eintrafen sondern auch diverse technische und organisatorische Probleme offenbar wurden, die wir schnell und möglichst unbemerkt beheben mussten. Dazwischen mischten sich Anrufe von Teilnehmern, die ihre spätere Ankunft oder gar Krankheit und Fehlen ankündigten, die schon erwähnten Presseanfragen beispielsweise des MDR und der Bild sowie kleinere und größere Wünsche, die wir natürlich zu erfüllen trachteten.

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Etwas Ruhe kehrte erst zum späteren Nachmittag ein, weshalb ich auch keine der ersten Veranstaltungen so richtig mitbekommen habe, beispielsweise die faszinierende Keynote von Richard Bartle (hier als Video, leider noch mit miesem Ton, das wird noch getauscht). Der Empfang am Abend war dann auch sehr gesellig und unterhaltsam (faszinativ tolle Musik gab’s von der MillerJazzBand), das Essen war auch sehr lecker. Leider trieb uns die Müdigkeit dann doch relativ früh dazu Richtung Matratze aufzubrechen, weil es ja am nächsten Morgen in aller Frühe wieder losging. Während Schlüsselmeister Fabian wie immer der erste am Set war, nahmen einzelne Mitglieder der Orga eine extra Mütze voll Schlaf. (No hard feelings! 🙂 ) Während die ersten Fotos vom Vortag eintrafen und online gestellt werden mussten (kann man auf der Game Cultures-Website oder bei flickr in ihrer Gesamtheit betrachten, Dank geht an Herrn Arendt, Mandy und Karo) fand sich doch die ein oder andere Gelegenheit den erfahrenen Medienwissenschaftler/Innen bei ihren Vorträgen zu lauschen.

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Ohne Namen zu nennen oder die Inhalte kritisieren zu wollen, fiel mir in der Breite schon negativ auf, dass es mit den Präsentationsfähigkeiten eher mau aussah (von den Keynotes mal abgesehen, die waren durchweg klasse). Häufig wurden gar keine Folien (digitaler Art) benutzt und wenn, dann eher als schmuckloses Beiwerk. Mediennutzung war eher verhalten und viele Redner gaben sich für meine Begriffe eher wenig Mühe, ihr Thema gut zu verkaufen. Noch dazu hatten viele ihren Vortrag offenbar nicht gut geprobt, die Zeit wurde doch das ein oder andere Mal sehr strapaziert oder der Vortrag spontan empfindlich zusammengekürzt. Rein formal betrachtet, halten die Medienbildung B.A. Stundenten da häufig bessere Präsentationen ab (als Orientierung sei hier das Buch „Presentation Zen: Simple Ideas on Presentation Design and Delivery (Voices That Matter)“ von Garr Reynolds empfohlen, dass in Medienbildungskreisen als eine Art Bibel gehandelt wird).

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Ansonsten war die Pressekonferenz und Podiumsdiskussion am Samstag noch ein Highlight, natürlich wollten die Medienvertreter primär mit Blick auf den Amoklauf in Winnenden in der Woche zuvor informiert werden und die Fragen zielten also darauf ab, eine Verbindung von gewalttätigen Computerspielen zu Gewalttaten herzustellen. Das Thema der Diskussion war dann aber eigentlich „Computerspielesucht“ und damit auch ein heißes Eisen aber scheinbar nicht sonderlich medienwirksam (zumindest im Moment).

Eigentlich alle Teilnehmer, mit denen wir als Tagungsbüro zu tun hatten, waren sehr zufrieden mit der Veranstaltung, viele bedankten sich bei ihrer Abreise nochmal explizit und auch wenn es an der ein oder anderen Stelle noch Raum für Verbesserung gibt, so bin ich zumindest im Großen und Ganzen auch sehr zufrieden mit der Tagung, die für mich in dieser Form die erste war (man beachte, dass es im Oktober wieder einen Open-Source-Tag geben soll, an dem ich hoffentlich auch wieder beteiligt bin).  Nach knapp zwei Stunden waren auch die gröbsten Spuren unserer Anwesenheit im Gebäude 5 beseitigt und wir gingen alle zufrieden nach Hause, zurück zu den Hausarbeiten und Internetprojekten, die da auf uns warteten.

Zum Abschluss der Tagung wurde auch das „Medienpädagogisches Manifest“ präsentiert, worin die Forscher eine bessere medienpädagogische Ausbildung fordern. Da weise ich natürlich gerne drauf hin, immerhin ist das ja genau meine Baustelle.

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