Ende der Sommerpause -fast- / de.licio.us erneuert / wikia search evolution

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Offenbar hab‘ ich in den letzten paar Wochen ein bißchen Bloggingsommerpause gemacht, weil ich neben meinen beiden Jobs noch mit ein bissl Bachelorarbeitschreiben beschäftigt war. Das war zwar nicht beabsichtigt, aber rückblickend hab‘ ich damit auch das böse Sommerloch gut umschifft, wenngleich in der IT Branche so ein Sommerloch gar nicht mehr aufzutreten scheint. Wie sonst erklären sich die neuen 140 Posts in meinem Feedreader, jeden Tag!
In der klassischen Presse (wie eingfleischte Leser wissen, arbeite ich als Verkäufer im Presse- und Buchhandel) ist das Sommerloch mehr als präsent, vor allem, wenn man quasi gezwungen ist die Titelseite der Bild täglich zu bestaunen. [Name von präferierter religiöser Kernfigur einfügen] sei Dank gibt es jetzt die olympischen Spiele in China, so dass die Medienmacher wieder ausgelastet sind, das Gejammere ob der eigentliche weltberühmt und -berüchtigten Einstellung Chinas zu Themen wie Menschenrechten, Freiheit und Tibet, das man in Fernsehdiskussionen, Feuilletons und auch online um die Ohren gehauen bekam war ja kaum noch zu ertragen. Jetzt schwärmen  noch alle von der Eröffnungsfeier und den ersten sportlichen Wettkämpfen bzw. welche Medaillen wer abgestaubt hat, ab der nächsten Woche dürfte Doping einen wichtigen Platz auf den Titelseiten einnehmen, wenn ich mal blind in die Zukunft blicken darf.

Wichtig war auch die Rede Barrack Obamas am Brandenburger Tor an der Siegessäule in Berlin. Obwohl auch ich Herrn Obama den anderen Kandidaten um das US-amerikanische Präsidentenamt durchaus vorziehe, hat mich die Faszination der Deutschen doch etwas befremdet, immerhin ist der Mann technisch gesehen noch nicht einmal Kanditdat, sondern nur Anwärter auf den Kandidatenplatz der Demokraten. Noch befremdlicher waren aber die Beobachtungen der Medien, dass die Deutschen offenbar immer noch die Sehnsucht nach einer „FÜÖÖHRUNKSS“ – Verzeihung – Führungspersönlichkeit haben, die offenbar kein innerdeutscher Politiker zu stillen vermag. Andere freuten sich über die Inspiration durch den Auftritt Obamas, ich persönlich würde mich ja mehr freuen, wenn wir alle uns mal kollektiv an die eigene Nase fassen würden, noch mal gründlich im Grundgesetz und auf Wikipedia unter „Demokratie“ nachlesen würden und dann endlich mal kapieren, das jedes Volk die Politiker bekommt, die es verdient. Halt nein, oder heisst es „Vergesst nicht, dass ein jedes Volk diejenige Regierung verdient, die es erträgt.“ – Hans Scholl, Flugblätter der Weißen Rose [de.wikiquote.org]? Oder so ähnlich. Jedenfalls waren das wohl die primären medialen Lückenbüßer, die ich so bemerkt habe. Hab‘ ich sonst was versäumt?


Del.icio.us hat sich modernisiert oder wie das Web 2.0 langsam der Betaphase entwächst

Ich benutze für meine Bookmarks ausschliesslich o.g. Service und das war gleichzeitig auch meine erste Begegnung mit dem Web 2.0, die meine Arbeitsweise einschneidend verändert hat. Man musste sich erstmal daran gewöhnen, die eigenen Bookmarks mit Stichworten zu versehen und der Öffent-/Lächerlichkeit preiszugeben, aber mittlerweile geht es kaum noch anders und dutzende anderer Services sind hinzugekommen. Lange wurde eine neue Version von del.icio.us (oder delicious.com, wie es nicht erst seit dem Relaunch auch genannt wird) angekündigt, aber man rückte nicht damit raus, möglicherweise auch wegen der Unruhen im Yahoo-Lager. Gründer Joshua Schachter ist dem Unternehmen dann auch kurz vor der Veröffentlichung entwichen, aber ich mag den optisch und technisch renovierten Auftritt meiner Bookmarks doch ganz gerne. Es zeigt auch, dass das Web 2.0 langsam aber sicher den Kinderschuhen entwächst und auch wenn sich immer noch jede Woche Dutzende StartUps gründen, scheint mir langsam absehbar, dass das Ganze eine neue Richtung einschlägt. Mozilla startet mit einer breitangelegten Suchaktion nach Ideen für den Browser der Zukunft (ob sie wohl die Kollegen von Google nebenan mal gefragt haben?), Linux wird immer häufiger auch auf neue Rechner vorinstalliert und Tim O’Reilly stellt fest, dass die Wolke offenbar auch schon wieder proprietär zu werden droht und diskutiert was man machen kann, damit das nicht nach hinten losgeht.
Ich persönliche warte ja noch auf den integrierenden Faktor, der die ganzen wichtigen, von mir generierten Metainformation auch wieder für mich (oder andere) automatisch nutzbar macht. Gerne hätte ich zum Beispiel Widgets, die mir beim Blogschreiben sinnvolle (sprich kontextbasierte) Links aus del.icio.us oder meine Feeds aus Google Reader präsentieren. So ist das Remixen doch hin und wieder sehr aufwändig, wenn auch Zemanta die Sache schon etwas vereinfacht hat.

Oh, fast vergessen hätte ich ja die neue Wikia Search Toolbar, die der freien Suchmaschine coole neue Features hinzufügt. Erstmal kann ich jetzt aus meinem Google Suchergebnis Links direkt in den Wikia Search-Index klicken und sie gleich taggen, bewerten oder kommentieren. Damit besteht endlich für den Normalsterblichen Teilzeit-Geek die Möglichkeit, dem Projekt wertvolle Metainformationen zukommen zu lassen um damit auf lange Sicht die Suchergebnisse zu verbessern. Allerdings vermute ich mal, dass Google das mit seiner Toolbar (wenn auch offenbar versteckt) und den Millionen anderer Tools, die sie gratis auf die IT-Gesellschaft loslassen, nicht viel anders macht. Von daher bleibt abzuwarten, ob Wikia Search damit tatsächlich einen Vorteil gewinnt.

Nebenbei hab‘ ich begonnen, ein neues Design für meine Website + Blog zu entwerfen, möglicherweise hoste ich jenen [Blog] dann auch wieder selbst, denn Platz und Datenbanken werfen sie einem bei 1&1 derzeit hinterher. Ebenso liegt meine Bachelorarbeit in den letzten Zügen, das Ergebnis werde ich dann wohl auch online abstellen, irgendwo neben die übrigen Machwerke.

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