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Game Cultures 2009 – Es lief einfach bombig…
by yodahome on Mrz.26, 2009, under life
…und das soll mal keine Anspielung auf die Killerspieldebatte sein, denn die war ja eigentlich gar nicht primär der Inhalt der Tagung. Allerdings holte uns auch dieses Thema ein, denn schon die ersten Presseanfragen am Mittwoch zeigten, dass in den Köpfen der Reporter wohl derzeit kein anderer Zugang zum Thema Computerspiele denkbar war. Aber dazu später.
Zunächst mal war die Vorbereitung der Tagung durchaus anstrengend, da werden sicher alle Beteiligten meiner Meinung sein. Die Website wollte in den Wochen und Tagen zuvor mit allerlei Informationen bestückt werden, was wegen technischer Probleme nicht immer ganz einfach war. Man muss dem URZ dankbar sein, dass man dort immer relativ schnell auf Probleme reagiert hat. Für mich spannend war ebenfalls die Idee des Livestreams, auch wenn der in weiten Teilen technisch nicht in unserer Hand lag. Anfang der Woche lösten die Vorbereitungen für das Tagungsbüro dann entgültig die Arbeiten im Web ab. VPN Accounts besorgen und ordnen, Listen wälzen, wer kommt, wer spricht, haben wir genug Mappen für alle.

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Waren wir für die Arbeit an Website und Tagungsmaterial noch drei motivierte Studenten, vergrößerte sich das Team im Büro dann auf fünf und wie sich bald herausstellen sollte, war die Zusammenarbeit, trotz eher kurzer Einspielzeit, gleichermaßen großartig. An dieser Stelle noch mal ein Dank an alle Mitstreiter.
Schon während des informellen Treffens am Mittwochabend vor der eigentlichen Konferenz, bestätigte sich mein Gefühl, dass das eine ganz spannende Veranstaltung werden würde. Und eine teuere, denn das Essen im französischen Spezialitätenrestaurant war zwar durchaus mein Geschmack (den offenbar die Kollegen nicht alle teilten), die Preise waren aber eben auch auf vergleichbar hohem Niveau. Schon am Abend hatten wir Material, Technik, Kabel und dergleichen ins Gebäude 5 verbracht, wo die Konferenz stattfinden sollte. Am Donnerstag morgen, nachdem wir den Campus mit Dutzenden Hinweisschildern übersäht hatten, brach dann erstmal ein mittleres Chaos aus, als nicht nur die ersten Teilnehmer eintrafen sondern auch diverse technische und organisatorische Probleme offenbar wurden, die wir schnell und möglichst unbemerkt beheben mussten. Dazwischen mischten sich Anrufe von Teilnehmern, die ihre spätere Ankunft oder gar Krankheit und Fehlen ankündigten, die schon erwähnten Presseanfragen beispielsweise des MDR und der Bild sowie kleinere und größere Wünsche, die wir natürlich zu erfüllen trachteten.
Etwas Ruhe kehrte erst zum späteren Nachmittag ein, weshalb ich auch keine der ersten Veranstaltungen so richtig mitbekommen habe, beispielsweise die faszinierende Keynote von Richard Bartle (hier als Video, leider noch mit miesem Ton, das wird noch getauscht). Der Empfang am Abend war dann auch sehr gesellig und unterhaltsam (faszinativ tolle Musik gab’s von der MillerJazzBand), das Essen war auch sehr lecker. Leider trieb uns die Müdigkeit dann doch relativ früh dazu Richtung Matratze aufzubrechen, weil es ja am nächsten Morgen in aller Frühe wieder losging. Während Schlüsselmeister Fabian wie immer der erste am Set war, nahmen einzelne Mitglieder der Orga eine extra Mütze voll Schlaf. (No hard feelings!
) Während die ersten Fotos vom Vortag eintrafen und online gestellt werden mussten (kann man auf der Game Cultures-Website oder bei flickr in ihrer Gesamtheit betrachten, Dank geht an Herrn Arendt, Mandy und Karo) fand sich doch die ein oder andere Gelegenheit den erfahrenen Medienwissenschaftler/Innen bei ihren Vorträgen zu lauschen.

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Ohne Namen zu nennen oder die Inhalte kritisieren zu wollen, fiel mir in der Breite schon negativ auf, dass es mit den Präsentationsfähigkeiten eher mau aussah (von den Keynotes mal abgesehen, die waren durchweg klasse). Häufig wurden gar keine Folien (digitaler Art) benutzt und wenn, dann eher als schmuckloses Beiwerk. Mediennutzung war eher verhalten und viele Redner gaben sich für meine Begriffe eher wenig Mühe, ihr Thema gut zu verkaufen. Noch dazu hatten viele ihren Vortrag offenbar nicht gut geprobt, die Zeit wurde doch das ein oder andere Mal sehr strapaziert oder der Vortrag spontan empfindlich zusammengekürzt. Rein formal betrachtet, halten die Medienbildung B.A. Stundenten da häufig bessere Präsentationen ab (als Orientierung sei hier das Buch “Presentation Zen: Simple Ideas on Presentation Design and Delivery (Voices That Matter)” von Garr Reynolds empfohlen, dass in Medienbildungskreisen als eine Art Bibel gehandelt wird).

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Ansonsten war die Pressekonferenz und Podiumsdiskussion am Samstag noch ein Highlight, natürlich wollten die Medienvertreter primär mit Blick auf den Amoklauf in Winnenden in der Woche zuvor informiert werden und die Fragen zielten also darauf ab, eine Verbindung von gewalttätigen Computerspielen zu Gewalttaten herzustellen. Das Thema der Diskussion war dann aber eigentlich “Computerspielesucht” und damit auch ein heißes Eisen aber scheinbar nicht sonderlich medienwirksam (zumindest im Moment).
Eigentlich alle Teilnehmer, mit denen wir als Tagungsbüro zu tun hatten, waren sehr zufrieden mit der Veranstaltung, viele bedankten sich bei ihrer Abreise nochmal explizit und auch wenn es an der ein oder anderen Stelle noch Raum für Verbesserung gibt, so bin ich zumindest im Großen und Ganzen auch sehr zufrieden mit der Tagung, die für mich in dieser Form die erste war (man beachte, dass es im Oktober wieder einen Open-Source-Tag geben soll, an dem ich hoffentlich auch wieder beteiligt bin). Nach knapp zwei Stunden waren auch die gröbsten Spuren unserer Anwesenheit im Gebäude 5 beseitigt und wir gingen alle zufrieden nach Hause, zurück zu den Hausarbeiten und Internetprojekten, die da auf uns warteten.
Zum Abschluss der Tagung wurde auch das “Medienpädagogisches Manifest” präsentiert, worin die Forscher eine bessere medienpädagogische Ausbildung fordern. Da weise ich natürlich gerne drauf hin, immerhin ist das ja genau meine Baustelle.
Mühsam nährt sich das Eichhörnchen…
by yodahome on Jan.17, 2009, under life, thoughts
.. pflegen wir zu sagen, wenn eine Aufgabe nur langsam vorankommt und sehr mühsam zu sein scheint. Unsere Politiker haben sich offenbar zur Aufgabe gemacht der Herausforderung des Internetzeitalters (oder insgesamt des 21. Jahrhunderts) erstmal mit der Einschränkung der Grundrechte zu begegnen, zumindest bis sie eines von beiden endlich verstanden haben.
Sie tun das nicht auf einen Schlag, sondern immer schön Schritt -für-Schritt, denn auch die Administration weiß, dass der Frosch wegspringt, wenn man ihn in heißes Wasser setzt, nicht aber wenn man ihn in kaltes Wasser setzt und die Temperatur allmählich erhöht. So war dann vor kurzem bei Spiegel-Online zu lesen:
“Deutsche Serviceprovider werden “noch in dieser Legislaturperiode” damit beginnen, Internet-Adressen mit kinderpornografischen Inhalten zu blockieren. Das gab Familienministerin Ursula von der Leyen in Berlin bekannt. Das BKA wird die täglich aktualisierten Block-Listen führen.”
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,601440,00.html
Zunächst mal will ich hier gar nicht die Inhalte verteidigen, die hier unterbunden werden sollen. Kinderpornographie ist widerlich, unnötig und vollkommen zu Recht verboten, in der realen wie auch in der virtuellen Welt. Punkt aus.
Trotzdem gibt es in unserem Grundgesetz eindeutige Regeln, die darauf abzielen, Zensur zu unterbinden. Weil wir glauben, dass die Grundlage von Demokratie eine gewisse Form von so-gering-wie-möglich-eingeschränkter Freiheit ist, unter anderem der Freiheit der eigenen Meinung, das Recht, diese auch zu äußern und zu veröffentlichen (Artikel 5) und weitere Rechte, die wir als kulturelle Errungenschaften betrachten. Ferner gibt es ein Post- und Fernmeldegeheimnis (Artikel 10), das den Schutz der eigenen(=persönlichen) Informationen auch auf diversen Wegen sicherstellen soll (real oder virtuell).
Das Internet ist ein öffentlicher aber kein rechtsfreier Raum und Anbieter von Kinderpornografie sollten zur Verantwortung gezogen und die Angebote entfernt werden (auch durch den ISP, wenn er dazu aufgefordert wird). Wenn jemand solchen Kram auf Bahnhofsklos verkauft, dann wird er festgenommen, so man ihn erwischt. Was aber hier geschieht ist der erste Schritt zur Einschränkung der Grundrechte: Wir stellen vor jedes Klo einen Türsteher und hindern diese Leute gleich am betreten derselben. Dafür müssen wir natürlich leider alle kontrollieren, Sorry.
Und so möchte ich mit demselben Argument reagieren, dass Neil Gaiman in seinem Blog vor einer Weile formuliert hat:
Wenn wir zulassen, dass die technischen Möglichkeiten eingerichtet werden, um eine bestimmte Gruppe (illegaler) Inhalte zu blockieren (= zensieren), wird es nicht mehr lange dauern, bis die Regierung darüber nachdenkt, andere unliebsame Angebote verschwinden zu lassen. Es wäre nicht einmal mehr Aufwand. Und wer kontrolliert die Kontrolleure? Oder als Zitat:
“Because if you don’t stand up for the stuff you don’t like, when they come for the stuff you do like, you’ve already lost.”
Zugegeben die Inhalte in beiden Sachverhalten sind womöglich nicht vergleichbar, aber auch unser Verbot von Kinderpornografie ist letztendlich nur eine kulturelle Übereinkunft und somit eine -kulturelle- Geschmacksfrage. In anderen Länder dürfte man das, was bei uns ab 18 legal ist erst ab 21 Jahren tun, oder schon ab 16 oder auch gar nicht.
Ich sage auch nicht, dass wir unsere kulturellen Werte nicht verteidigen sollen. Aber wir sollten uns fragen, ob wir bereit sind bestimmte Werte (z.B. Freiheit und Grundrechte) zu verlieren nur um andere zu schützen.
Wir können natürlich abwarten und sehen was passiert, aber wenn wir merken, dass die Temperatur steigt, dann haben wir vielleicht schon ein Problem.
Oh, einen noch: “Jene, die grundlegende Freiheit aufgeben würden, um eine geringe vorübergehende Sicherheit zu erwerben, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit.” – Benjamin Franklin
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Why free information can't be a good business (and probably shouldn't)
by yodahome on Jan.06, 2009, under life

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This is probably not a very new thought but recently I read this very interesting article about the print media and the internet. Actually this short article made me read longer ones and got me thinking.
For me the idea of the internet was always connected with the idea to provide knowledge and data to whomever needs it. At no cost. Really, that’s how we got to know the internet back in 1997 when we accessed it from school:
We would open Yahoo or Altavista, wait for a few minutes, then enter some search words and after a few more minutes, we would be presented with web pages containing information, sometimes even those we were looking for. We never paid for the knowledge, the school just paid for the connection and the hardware. Anything else, well, most of anything else was freely available (as in free beer). Search engines earned money through advertisement -as they still do- but mostly the information providers were big media companies that already had the information they published and they had already financed it by selling analog media products. They just put it on the net as an unimportant additional income.
Then there was this hype (actually, there were two with a large breakdown in between) when suddenly smart people thought not being on the internet is like totally uncool and will probably hurt business so they got on the internet as quickly as possible. They provided their information for free (with ads) trying to catch customers for their ‘real’ products. We do see that in Germany: The top websites -search engines and services like amazon or ebay taken aside, which don’t publish original information- usually are portals by big media companies like Spiegel Online, Bild Online, StudiVZ (the german facebook owned by a huge publishing house), T-Online, gmx.de, web.de (big internet service providers) aso. The only exception is Wikipedia, which is famous for being financed through donations.
So, there is only one website among the 25 top websites in Germany that provides original information and is not connected to existing traditional companies that earn money from other sources. And this one doesn’t actually get paid for its content.
That may mean nothing but my guess is that most of the original information providers could not be supported just by the money earned through advertising and services offered online. They are dependent on the companies behind them to a certain extend and my guess is they will always be. Because paid content is not what the internet is all about. Imho.
Now this article I mentioned describes the example of the TriCityNews, a small local newspaper run by people who actually get it right: “I don’t understand how putting content on the Web would do anything but help destroy our paper. Why should we give our readers any incentive whatsoever to not look at our content along with our advertisements, a large number of which are beautiful and cheap full-page ads?” The article also says that paid subscribtions to information on the web will become popular. I don’t think so because we’re already seeing new information networks like blogs, social networks and aggregators of those evolve that might at one point become as important and reliable as what we call the press nowadays. I might not need to have a look at the daily newspaper for regional news in the future but could easily find bloggers in my region and have a smart search engine compile a daily (or hourly) list of news published by them. I don’t say this will be replacing the traditional media but those new networks will probably also not depend on them anymore. Actually I hope so because that would be a great improvement to a society that becomes more and more focused on information as its primary resource.
Anybody agreeing? Or not?
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Nach dem Krieg ist vor dem Krieg…
by yodahome on Dez.29, 2008, under life, thoughts

- Image by David M* via Flickr
Wenn Großeltern – beispielsweise meine Omas – von ihrem Leben erzählen, sprechen sie häufig von der Zeit vor, während oder nach “dem Krieg”. ‘Der Krieg’, das bezieht sich üblicherweise auf den 2. Weltkrieg (1939-1945) , hin und wieder auch auf den 1. (1914-1918). Das sind zweifellos die beiden zentralen Zeitmarken des 20. Jahrhunderts, besonders aber in der Jugendzeit der betroffenen Generation.
Große Teile der westlichen Welt haben daraus gelernt und lassen zumindest keine Kriege mehr auf ihrem Territorium stattfinden. Sie verlegen sie einfach, so geschehen im aktuell noch stattfindenden Irakkrieg der Amerikaner. Vietnam, Golfkriege, Grenzkonflikte wie im nahen Osten und allerhand andere militärische Auseinandersetzung, die man durchaus nicht kleinreden sollte, zeigen, dass man an vielen Orten in der Welt die Botschaft der Weltkriege nicht mehr präsent zu haben scheint oder gar niemals verstanden hatte. Und die Tatsache, dass Kriege viel kürzer und wesentlich fragmentierter stattfinden als noch vor 70 Jahren, scheint die Akzeptanz auch noch zu steigern. Für uns, die wir nicht in Kriegsgebieten leben, ist der abendliche 3-Minuten Zusammenschnitt meist entschärfter, autorisierter Bilder in den Nachrichten, offenbar nicht mehr als eine Simulation, eine Inszenierung von vielen, denen wir kaum noch Beachtung und – teilweise mit Recht – auch keinen Glauben mehr schenken und damit ausblenden, dass um uns herum in der Welt jeden Tag sinnlos Menschen sterben.

- Image via Wikipedia
Momentan können wir medial miterleben, wie Israel mit einem massiven Militäreinsatz gegen die Hamas vorgeht, eine Terrororganisation, die offenbar für Israel eine latente Gefahr darstellt und das schon seit längerer Zeit. Das Problem im nahen Osten ist allerdings schon mehr als 60 Jahre alt (der Wikipedia-Artikel über Israel bietet eine guten Überblick) und wird auch mit dem angestrebten Ende der Hamas wohl kaum gelöst werden. Aber wie so oft im wahren Leben, gibt es keine White-Hats und Black-Hats in diesem Konflikt, denn die Reaktion Israels auf die durchaus nachvollziehbare Bedrohung scheint mir vollkommen unangemessen und es ist wohl deutlich, dass Kräfte auf beiden Seiten die Auseinandersetzung immer wieder anheizen. Israel hat nur aus historischen Gründen das Verständnis und die Unterstützung der Staatengemeinschaft, moralisch ist das Vorgehen höchst zweifelhaft.
Israel hat die beste Armee- und Militäraustattung der Region, sie haben sehr wahrscheinlich sogar Atomwaffen, trotzdem sieht man sich offenbar immer noch in der Opferrolle, stellt die Militäraktion als Verteidigung dar. Ich finde das eigenartig. Kanzlerin Merkel macht die Hamas für die erneute Eskalation des Konfliktes verantwortlich, was mich persönlich schon enttäuscht, aber alles andere wäre womöglich politisch unkorrekt gewesen. Tatsache ist, dass man keiner der beteiligten Parteien eine Schuld absprechen kann oder gar den Sieg wünscht.
Und so bleibt am Ende nur die Feststellung, dass so kurz nach Weihnachten offenbar die Welt schon wieder in ihre alten Verhaltensmuster verfällt und letztendlich unsere Aufmerksamkeit den unschuldigen Zivilisten gelten muß, die die wahren Opfer des Konfliktes sind und noch werden.
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MagdeWiki Updates
by yodahome on Nov.19, 2008, under life

MagdeWiki Foto - freigegeben unter CC-By-NC-SA 3.0
Das MadeWiki wächst und wächst… Mit ersten gezielten Vorstößen in puncto Presse und daraus resultierend neuen Magdewikianern wird das Projekt langsam aber sicher publik. Immerhin haben wir schon 230+ Artikel und 90 Bilder in nur 4 Wochen. Langsam wird es aufwändig, jeden Abend die Änderungen des Tages durchzusehen.
Am kommenden Samstag (22.11.) gründen wir einen Trägerverein, das Treffen findet um 16.00 im Café Calla statt. Mehr Infos gibt es unter http://magdewiki.de. Darüberhinaus wird die erste größere Aktion wohl die Suche nach einem Logo (und ggf. ein hübsches Layout) für das Wiki werden. Aber das werden wir dann vielleicht auch am Samstag besprechen.
MOST überlebt / BA schwarz auf weiss
by yodahome on Okt.14, 2008, under life
Letzten Samstag (11.10.) fand der allererste Magdeburger Open Source-Tag statt, der sich auf die Fahne geschrieben hatte, freie Softwareprojekte, freie Inhalte und neue Medien zu versammeln und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Ich selbst war dort organisatorisch aktiv und beteiligte mich außerdem mit einem Einführungsvortrag zum Thema Wikis. Aus meiner persönlichen Wahrnehmung war die Veranstaltung erfolgreich, besonders der Gedanke einer ausgewogenen Mischung von Vorträgen für Einsteiger und Fortgeschrittene wurde ziemlich gut umgesetzt. Insgesamt war die Resonanz, trotz der Themenmischung und den doch sehr populären anwesenden Projekten – unter anderem konnten wir Vertreter von Wikipedia, OpenStreetMap, OpenOffice und SkoleLinux begrüßem – nicht ganz so hoch wie erhofft, was verschiedene Gründe hatte, unter anderem das überraschend gute Wetter aber auch möglicherweise zu subtile Promotion im Vorfeld. Auf dem Social Event am Abend teilten eigentlich alle Anwesenden diese Wahrnehmung, weshalb schon so gut wie sicher ist, dass es im nächsten Jahr wieder einen MOST (2.0?) geben wird. Termin dafür gibt es noch nicht, aber wer Interesse hat, sich zu beteiligen, möge sich schon jetzt melden.
Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, live Fotos und Kommentare zu twitterbloggen (ein paar gibt’s auch), war aber dann zum einen zu beschäftigt und zum anderen (ja, ich muß es zugeben) mit diesem iPhone – an das ich im Grunde gekommen bin, wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde – und seinen Tools noch nicht so vollends vertraut, wie es für einen produktiven Einsatz nötig gewesen wäre. Man lernt halt nie aus. *g*
Ganz anderes Thema: Vor einigen Wochen verteidigte ich erfolgreich meine BA – Arbeit und heute habe ich mein Zeugnis in Empfang nehmen können. Damit habe ich meinen ersten akademischen Grad nun auch schriftlich (in zweifacher Ausfertigung) und freue mich wie ein Schneekönig.
Viel besser kann die Woche – die gleichzeitig meine erste im Masterstudium ist – kaum werden.
Der kleine Vampir – Endlich auf DVD
by yodahome on Aug.15, 2008, under life
Eines meiner erste Internetprojekte war eine Fansite zur Fernsehserie “Der kleine Vampir”, die ich nun schon seit über 7 Jahren pflege. Auch wenn ich die Arbeit am Projekt in den letzten Jahren stark reduziert habe, bei solchen Neuigkeiten schlägt das Fanherz dann doch höher.
Manche Momente gibt es nur einmal im Leben. Dazu gehörte ein bestimmter Tag Ende Mai, als mich eine E-Mail von einem Fan erreichte mit einem Link auf den Onlineshop von ARD Video. Die Website, die ich da per Klick erreichte, kündigte an, dass irgendwann im September die komplette Serie “Der kleine Vampir” von 1985 auf DVD erscheinen würde, allerdings noch ohne Bild und weitere Angaben.
Heute, mehr als zwei Monate später, scheint sich die Ankündigung wirklich zu bewahrheiten: Mehr als 23 Jahre nach der Originalausstrahlung erscheinen die 13 Folgen der Fernsehserie auf 4 DVDs!
Vorgeschichte
Um zu verstehen, das es sich bei dieser Nachricht fast schon um ein Wunder handelt, sollte man wissen, dass die durchaus sehenswerte, weltweite Fangemeinde schon seit über 20 Jahren auf eine Veröffentlichung wartet. Als ich mich so Anfang 2000 erstmals im Internet über die Serie informieren wollte, existierte schon ein gut organisierter Fanclub in Deutschland und auch die tolle Website von Andy Winkler. Trotzdem wollte ich gerne eine eigenen Website machen, die es vom Start weg auch auf Englisch geben sollte. Nach einigen Monaten Recherche und Arbeit war die erste Version der Website online – die nach heutigen Maßstäben grottenschlecht aussah (Siehe archives.org). Über die Jahre hat sie ihr Aussehen ein paar Mal geändert, das letzte Mal vor zwei Jahren, als ich alles in mein Wiki migrierte und ein Fan mir half, alles auf Französisch zu übersetzen. In den ersten Jahren mailte ich viel durch die Gegend, versuchte ehemalige Schauspieler und Crewmitglieder zu kontaktieren, was mir in einige Fällen auch gelang. Auch die Veröffentlichung auf DVD war damals ein wichtiges Thema, ein paar Mal wurden sogar Ankündigungen gemacht, es gab Online-Petitionen und E-Mail Protestaufrufe, aber es kam letztendlich zu nichts. Weder die deutschen noch die kanadischen Produzenten machten uns viel Hoffnung. Dann verschwand die Serie vor drei oder vier Jahren auch noch vom Bildschirm (in Deutschland wurde sie zuvor regelmäßig auf den dritten Programme wiederholt, in anderen Ländern lief sie nur ein einziges Mal 1985) und wurde nicht mehr gesendet. VHS Aufnahmen wurden zum raren Gut und in der Szene hoch gehandelt.
Doch dann kam eben besagte E-Mail und mit einer schon gewohnheitsmäßigen Skepsis fragte ich erstmal herum, ob das tatsächlich stimmen kann. Aber nun sieht es so aus, als ob ein Traum doch noch in Erfüllung geht, denn auch bei Amazon ist die DVD mittlerweile gelistet.Der Erscheinungstermin wurde um einen Monat auf den 29.10. verschoben, da offenbar sogar die englische Original-Tonspur mit auf die Scheiben kommen soll. Damit geht ein zusätzlicher Wunsch in Erfüllung, denn in der Tat ist es nahezu unmöglich Aufnahmen der englischen Sprachfassung irgendwo zu finden, selbst im Netz kursieren nur meist qualitativ schlechte, deutschsprachige Mitschnitte.
Auch heute erreichen mich immer noch vereinzelt Mails von Fans aus dem In- und Ausland mit der Frage, ob man denn die Serie auf DVD oder Video bekommen könnte und bislang mußte ich diese Frage immer verneinen mit einer längeren Erklärung, warum das so ist. Offenbar ist auch diese lange Wartezeit nun vorüber und ein nicht ganz unbedeutender Teil meiner Kindheit und Jugend findet einen vorläufigen Abschluss. Zum Vorgeschmack hier noch zwei Kleinigkeiten von YouTube.

Ende der Sommerpause -fast- / de.licio.us erneuert / wikia search evolution
by yodahome on Aug.12, 2008, under life
Offenbar hab’ ich in den letzten paar Wochen ein bißchen Bloggingsommerpause gemacht, weil ich neben meinen beiden Jobs noch mit ein bissl Bachelorarbeitschreiben beschäftigt war. Das war zwar nicht beabsichtigt, aber rückblickend hab’ ich damit auch das böse Sommerloch gut umschifft, wenngleich in der IT Branche so ein Sommerloch gar nicht mehr aufzutreten scheint. Wie sonst erklären sich die neuen 140 Posts in meinem Feedreader, jeden Tag!
In der klassischen Presse (wie eingfleischte Leser wissen, arbeite ich als Verkäufer im Presse- und Buchhandel) ist das Sommerloch mehr als präsent, vor allem, wenn man quasi gezwungen ist die Titelseite der Bild täglich zu bestaunen. [Name von präferierter religiöser Kernfigur einfügen] sei Dank gibt es jetzt die olympischen Spiele in China, so dass die Medienmacher wieder ausgelastet sind, das Gejammere ob der eigentliche weltberühmt und -berüchtigten Einstellung Chinas zu Themen wie Menschenrechten, Freiheit und Tibet, das man in Fernsehdiskussionen, Feuilletons und auch online um die Ohren gehauen bekam war ja kaum noch zu ertragen. Jetzt schwärmen noch alle von der Eröffnungsfeier und den ersten sportlichen Wettkämpfen bzw. welche Medaillen wer abgestaubt hat, ab der nächsten Woche dürfte Doping einen wichtigen Platz auf den Titelseiten einnehmen, wenn ich mal blind in die Zukunft blicken darf.
Wichtig war auch die Rede Barrack Obamas am Brandenburger Tor an der Siegessäule in Berlin. Obwohl auch ich Herrn Obama den anderen Kandidaten um das US-amerikanische Präsidentenamt durchaus vorziehe, hat mich die Faszination der Deutschen doch etwas befremdet, immerhin ist der Mann technisch gesehen noch nicht einmal Kanditdat, sondern nur Anwärter auf den Kandidatenplatz der Demokraten. Noch befremdlicher waren aber die Beobachtungen der Medien, dass die Deutschen offenbar immer noch die Sehnsucht nach einer “FÜÖÖHRUNKSS” – Verzeihung – Führungspersönlichkeit haben, die offenbar kein innerdeutscher Politiker zu stillen vermag. Andere freuten sich über die Inspiration durch den Auftritt Obamas, ich persönlich würde mich ja mehr freuen, wenn wir alle uns mal kollektiv an die eigene Nase fassen würden, noch mal gründlich im Grundgesetz und auf Wikipedia unter “Demokratie” nachlesen würden und dann endlich mal kapieren, das jedes Volk die Politiker bekommt, die es verdient. Halt nein, oder heisst es “Vergesst nicht, dass ein jedes Volk diejenige Regierung verdient, die es erträgt.” – Hans Scholl, Flugblätter der Weißen Rose [de.wikiquote.org]? Oder so ähnlich. Jedenfalls waren das wohl die primären medialen Lückenbüßer, die ich so bemerkt habe. Hab’ ich sonst was versäumt?
Del.icio.us hat sich modernisiert oder wie das Web 2.0 langsam der Betaphase entwächst
Ich benutze für meine Bookmarks ausschliesslich o.g. Service und das war gleichzeitig auch meine erste Begegnung mit dem Web 2.0, die meine Arbeitsweise einschneidend verändert hat. Man musste sich erstmal daran gewöhnen, die eigenen Bookmarks mit Stichworten zu versehen und der Öffent-/Lächerlichkeit preiszugeben, aber mittlerweile geht es kaum noch anders und dutzende anderer Services sind hinzugekommen. Lange wurde eine neue Version von del.icio.us (oder delicious.com, wie es nicht erst seit dem Relaunch auch genannt wird) angekündigt, aber man rückte nicht damit raus, möglicherweise auch wegen der Unruhen im Yahoo-Lager. Gründer Joshua Schachter ist dem Unternehmen dann auch kurz vor der Veröffentlichung entwichen, aber ich mag den optisch und technisch renovierten Auftritt meiner Bookmarks doch ganz gerne. Es zeigt auch, dass das Web 2.0 langsam aber sicher den Kinderschuhen entwächst und auch wenn sich immer noch jede Woche Dutzende StartUps gründen, scheint mir langsam absehbar, dass das Ganze eine neue Richtung einschlägt. Mozilla startet mit einer breitangelegten Suchaktion nach Ideen für den Browser der Zukunft (ob sie wohl die Kollegen von Google nebenan mal gefragt haben?), Linux wird immer häufiger auch auf neue Rechner vorinstalliert und Tim O’Reilly stellt fest, dass die Wolke offenbar auch schon wieder proprietär zu werden droht und diskutiert was man machen kann, damit das nicht nach hinten losgeht.
Ich persönliche warte ja noch auf den integrierenden Faktor, der die ganzen wichtigen, von mir generierten Metainformation auch wieder für mich (oder andere) automatisch nutzbar macht. Gerne hätte ich zum Beispiel Widgets, die mir beim Blogschreiben sinnvolle (sprich kontextbasierte) Links aus del.icio.us oder meine Feeds aus Google Reader präsentieren. So ist das Remixen doch hin und wieder sehr aufwändig, wenn auch Zemanta die Sache schon etwas vereinfacht hat.
Oh, fast vergessen hätte ich ja die neue Wikia Search Toolbar, die der freien Suchmaschine coole neue Features hinzufügt. Erstmal kann ich jetzt aus meinem Google Suchergebnis Links direkt in den Wikia Search-Index klicken und sie gleich taggen, bewerten oder kommentieren. Damit besteht endlich für den Normalsterblichen Teilzeit-Geek die Möglichkeit, dem Projekt wertvolle Metainformationen zukommen zu lassen um damit auf lange Sicht die Suchergebnisse zu verbessern. Allerdings vermute ich mal, dass Google das mit seiner Toolbar (wenn auch offenbar versteckt) und den Millionen anderer Tools, die sie gratis auf die IT-Gesellschaft loslassen, nicht viel anders macht. Von daher bleibt abzuwarten, ob Wikia Search damit tatsächlich einen Vorteil gewinnt.
Nebenbei hab’ ich begonnen, ein neues Design für meine Website + Blog zu entwerfen, möglicherweise hoste ich jenen [Blog] dann auch wieder selbst, denn Platz und Datenbanken werfen sie einem bei 1&1 derzeit hinterher. Ebenso liegt meine Bachelorarbeit in den letzten Zügen, das Ergebnis werde ich dann wohl auch online abstellen, irgendwo neben die übrigen Machwerke.
George Carlin ist tot (schon länger)
by yodahome on Jul.04, 2008, under life
Image by Getty Images via DaylifeManchmal werden in der massenmedialen Nachrichtenwelt Todesfälle verkündet, die einem absolut nichts sagen. Weil sie beispielsweise in unseren Gefilden nicht sonderlich bekannt waren.
So hat es mich erstmal periphär tangiert, als ich las das George Carlin gestorben ist. Doch wie so oft kamen mir die visuellen Medien zuhilfe und über das Gesicht konnte ich ihn dann doch zuordnen denn Carlin spielte in einigen Filmen mit, wie beispielsweise den beiden “Bill & Ted” – Episoden, in denen er den Rufus gab sowie in Kevin Smiths “Dogma” (als Kardinal) und “Jay und Silent Bob schlagen zurück” (als schwanzlutschender Anhalter).
Doch Carlin war, wie mir nach eingehendem Studium einiger seiner Shows bewusst wurde, vielleicht einer der bissigsten amerikanischen Stand-up Comedians, die ich jemals gesehen habe und hat damit in den USA sehr viel mehr Prominenz erreicht als mit motherfucking Filmen.
Besonders auffällig wurde George Carlin durch die fast exzessive Benutzung von “schmutzigen” Wörtern der amerkianischen Sprache. Dies brachte ihm in den 1970′er Jahren eine Verhaftung ein und in der Folge ein Verbot besagter Worte durch die FCC mit Unterstützung des Obersten Gerichtshofes. Die Diskussion gibt es heute noch, besonders auf MTV werden ja Worte wie Titten (tits), Ficken (fuck) oder Scheiß (shit) gerne weggepiept. Carlin selbst gab’ auf die Entscheidung einen Scheiß und vertrat die Ansicht, dass es seiner Redefreiheit unterliege, welche Worte er wählt. Bei weiteren Fernsehauftritten wurden die Zuschauer darum explizit auf die Sprache in Carlins Programm aufmerksam gemacht.
In seinen Programmen nahm er oft Religion (er selbst war Agnostiker) und politische Korrektheit auf’s Korn, thematisierte die amerikanische Kultur, den Konsumterror und aktuelle Ereignisse.
Wahrscheinlich würde man ihn in Deutschland als Kabarettisten , Pardon, verfickten Kabarettisten bezeichnen, was aber Scheiße noch mal nicht wirklich der Genialität und den teilweise profunden Beobachtungen nahekommt, die der “old fuck” auf der Bühne präsentierte. Außer vielleicht Ingo Appelt wüßte ich keinen deutschen Komiker, der eine vergleichbar vulgäre Sprache verwendet, aber der kann lange nicht so gut mit Satire umgehen.
Shit, Piss, Fuck, Cunt, Cocksucker, Motherfucker, and Tits. Those are the heavy seven. Those are the ones that’ll curve your spine, warp your mind, and keep the country from winning the war.
– George Carlin
Convenience und warum ich Marketing nicht mag
by yodahome on Mai.01, 2008, under life
Ich habe ein neues Lieblingswort: Convenience
Erst letztens hab’ ich mit einem Kollegen auf Arbeit kurz darüber philosophiert, denn ich arbeite ja in einem Convenience-Store, also einem Geschäft, das Dinge anbietet, die nicht zwangsläufig lebensnotwendig aber bequem und zudem sogenannten Verbrauchsgüter sind (Tabakwaren, Luxusartikel, Snacks und Presseerzeugnisse). Wörtlich übersetzt heisst es Bequemlichkeit/Komfort (oder Angemessenheit). Convenience ist das C in QVC. Wir alle konsumieren Convenience-Food, also Nahrung, die zu einem gewissen Grad zugunsten unserer Bequemlichkeit prepariert wurde. Vorbereitet, vorgeschnitten, vorgekocht und gelegentlich auch schon mal vorgegessen. Auch in Schnellrestaurants, Supermärkten, ja eigentlich überall, begegnet uns Convenience. Warum? Weil sie uns ach so beschäftigte Menschen von den Fesseln der mit der eigenen Lebenshaltung verbundenen Pflichten partiell oder komplett entbindet, so dass wir mehr Zeit auf Facebook totschlagen, im Auto/Zug verplempern oder vor dem Fernseher wegratzen können. Das ist der Fortschritt. Richtig konvenient (meiner Meinung nach die eingedeutschte Form meines neuen Lieblingswortes) wird es ja, wenn funktionale Nahrung gleich mal unseren ganzen Tagesbedarf deckt: An Obst (in Flaschen), an Milch (in Bechern) und den Vitaminen A bis Zink nebst Ballaststoffen und Spurenelementen. Aber ich weiche vom Thema ab, Convenience ist meiner Meinung nach das Schimpfwort der modernen Konsumgesellschaft, die sich offenbar durchaus bewusst ist, dass sie für weiterhin steigende Konsum mehr als nur die vorhandenen Bedürfnisse der Zielgruppe erfüllen muss. Sie muss Neue schaffen. Und diese bewerben.
Womit wir beim zweiten Thema wären: Marketing
Letzte Woche rief mich ein Call-Center-Agent an (zu einem sehr inkonvenienten Zeitpunkt, denn ich wollte gerade das Haus verlassen) um mich über ein neuen Rabattsystem zu informieren, mit dem ich bei Strom, Sprit und wasweißichnoch prima sparen könnte. Weil ich weiß, dass diskutieren bei diesen Herrschaften immer länger dauert und ich auflegen trotzdem unhöflich finde, lies ich ihn seine Sätze runterrattern und schob kurz Interesse-heuchelnde Wortfetzen ein, in der Hoffnung er würde mir das alles schriftlich schicken wollen, damit ich es umweltschonend dem Papiermüll hinzufügen könnte. Tatsächlich hatte der strebsame Mann auch schon meine Adresse, die er mir zu Überprüfung vorlas, fragte dann nach meinem Geburtsdatum, woraufhin ich ihm wahllos eines nannte und er nur “Dann stimmt das auch…” erwiderte. Dann kam die Gretchenfrage und fast beiläufig bat er mich um Angaben zu meiner Bankverbindung, damit man mir die Rabatte gutschreiben könne. Ich fragte nach, ob es denn wirklich sein Ernst wäre, von mir hier und jetzt am Telefon meine Bankdaten zu erfahren, was er bejahte. Höflich aber prägnant erklärte ich, dass das nicht meiner üblichen Verfahrensweise entspräche und ich mich ausschließlich schriftlich von meinen Bankdaten trenne. Da war der Herr dann nicht mehr ganz so höflich, ich aber wiederholte meine Auffassung und fügte hinzu, wenn es denn keine andere Möglichkeit gäbe, dann könnten wir das Gespräch auch jetzt gleich beenden. Das wollte er dann doch nicht auf sich sitzen lassen, warf mir noch einen Schwall unhaltbarer, unsinniger und unhöflicher Sprüche um die Ohren und erst als ich ein weiteres Mal anhob meinen Standpunkt darzulegen legte mein Gegenüber kommentarlos auf. War auch in Ordnung, ich hatte es ihm ja selbst nahe gelegt. Trotzdem ärgerte ich mich dann doch ca 12 Minuten meines Lebens mit diesem Gespräch vertan zu haben.
Unnötig zu sagen, dass ich diese Art des aggressiven Marketing zutiefst verabscheue. Obwohl unser Alltag ja voll ist von mehr oder weniger agressiven Konsumanreizen. Zumindest im Netz kann ich sie – Adblock sei Dank – einfach wegschalten. Im Fernsehen ignoriere ich eh fast das komplette Programm, das ja hauptsächlich aus Werbung besteht, die hin und wieder durch Sendungen unterbrochen wird (in denen aber dann auch schleichbeworben wird). Ich denke über kurz oder lang stirbt Werbung aus, denn für mich persönlich ist nur wichtig, dass ich ein Produkt gut finde, wenn ich es suche. Wenn ich es nicht suche, dann überzeugt mich auch keine Werbung und kein Marketing der Welt von der Notwendigkeit einer zeitnahen Anschaffung.
Und manchmal glaube ich, dass alles ist einfach nur ‘public convenience’. Das heisst nämlich nichts anderes als öffentliche Toilette. How angemessen, äh, convenient.

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